

Der Anfang von allem — eine Diplomarbeit über regelbasiertes Entwerfen, Hertzberger und die Frage, wo wir eigentlich arbeiten.
Beschreibung: Mein Diplom von 2010 war der erste ernsthafte Versuch, eine tiefere Logik hinter das subjektive Entscheiden in der Architektur zu stellen. Ausgangspunkt war die Kollision zweier Welten: Herman Hertzbergers Idee von Spaces und Places — öffentliche Kommunikationsräume gegen intime Orte der Konzentration — und Winy Maas' neostrukturalistischer Umgang mit pixelartigen, modularen Systemen. Die theoretische Basis bildete der historische Strukturalismus der 1960er und 1970er Jahre, der in seiner Forderung nach menschlichem Maßstab, Flexibilität und Partizipation erschreckend aktuell klingt.
Das entwurfliche Ergebnis war ein dezentrales Bürokonzept für IBM Hamburg — entwickelt zu einer Zeit, als Remote Work noch Utopie war. Das monolithische Central Office im Hafen gibt Masse ab, verteilt Einheiten als Satellite Offices in die Stadtquartiere, ergänzt durch parasitäre Home Offices in Mitarbeiterwohnungen und autarke Green Offices auf der Elbinsel Lühesand. Die Stadt wird zum Büro. Spaces und Places verteilen sich über Hamburg wie ein lebendiges Netzwerk — verbunden durch einen eigenen Fähr-Shuttle.
Was als Auseinandersetzung mit parametrischen Systemen begann, wurde am Ende konzeptuell — und legte damit den Grundstein für alles, was danach kam.